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Emotionen in der virtuellen Zusammenarbeit

In der Corona-Krise zeigt sich: Virtuelle Zusammenarbeit mit digitalen Plattformen ist möglich. Aber wir müssen rasch Formen finden, wie die emotionale Seite von Führung und Zusammenarbeit berücksichtigt wird.

 

Foto: Illustration Emotionen in virtueller Zusammenarbeit

Weitere Informationen

Studie: Die internationale Studie „Fernverbindung“ zeigt, was man aus der Corona-Krise über virtuelle Führung und Zusammenarbeit lernen kann. (PDF 1 MB)

Checkliste: Zehn Erfolgsfaktoren der virtuellen Zusammenarbeit geben Anregungen für konkretes Handeln. (PDF 456 KB)

Film: Ein mit dem Fastfood Improtheater entwickeltes Video sensibilisiert für die Fallstricke der virtuellen Kommunikation. (Bei Vimeo ansehen)

Seit Jahren wird über das pro und contra von Homeoffice und virtueller Zusammenarbeit diskutiert. Die Zwänge der Corona-Krise haben auch den Zögernden deutlich gemacht: Es ist technisch möglich und die verschiedenen Plattformen haben eine hohe Reife. Diese Möglichkeit hilft in unschätzbarer Weise, den Betrieb am Laufen zu halten.

Gleichzeitig werden bei einem solch durchgängigen Einsatz auch neue Herausforderungen deutlich. Die Rolle von Zusammenarbeit als menschlicher Interaktion fällt weg. Virtuelle Zusammenarbeit verlagert Arbeiten und Kommunikation in das private Zuhause, einen Raum, der vielleicht bisher bewusst vom Berufsalltag ferngehalten werden sollte. Was heißt überhaupt Homeoffice, wenn dort zur gleichen Zeit auch Kinder und andere Familienmitglieder auf engem Raum versammelt sind? Mitarbeiter, die von ihrer Funktion her Interaktion und Unterstützung brauchen oder die eher introvertiert sind, fallen leicht durch den Rost. Video- und Telefonkonferenzen, bei denen kein Wort mehr als nötig gesprochen wird, mögen einem rein sachorientierten Führungsstil sogar entgegenzukommen. Aber wo ist der Platz für Emotionen und Beziehung, die nach Überzeugung des Goinger Kreises Teil guter Führung und Zusammenarbeit sind? Und schließlich: In der Bürozusammenarbeit haben sich in Jahrzehnten Mischungen sachlicher und persönlich-emotionaler Interaktion eingespielt und wir spüren, wenn es zur einen oder zur anderen Seite umkippt. Solche bewährten Mischungen gibt es in der virtuellen Zusammenarbeit noch nicht.

Der Goinger Kreis hat sich intensiv mit digitaler Führung und Zusammenarbeit sowie mit der Rolle von Emotionen für exzellente Führung auseinandergesetzt. Im aktuellen Projekt „Emotionen in der virtuellen Zusammenarbeit“ fließen diese Erkenntnisse zusammen und vermischen sich mit den aktuellen Erfahrungen. Zurzeit leben wir unfreiwillig in einem gigantischen Versuchslabor der virtuellen Führung und Zusammenarbeit. Dies nutzen wir, um in einer Studie mit dem Thema „Fernverbindung“ wichtige Erkenntnisse zu sammeln für Zeit nach der Corona-Krise. Eine Zeit, die nicht einfach wieder zum herkömmlichen Büroalltag zurückkehren wird, sondern von der erlebten Alternative geprägt sein wird.


Ansprechpartner

Anne Burmeister

Anne Burmeister
anne.burmeister@goinger-kreis.de

„Die Corona-Krise hat gezeigt, dass die technische Seite von Homeoffice und virtueller Zusammenarbeit erstaunlich gut funktioniert. Aber wir lernen auch, dass die emotionale und Beziehungsseite noch unterentwickelt ist. Dies kann Konflikte und Enttäuschung hervorrufen. Wir müssen die Zusammenhänge besser verstehen und „Etikette“ für virtuelle Führung und Zusammenarbeit entwickeln.“